WordPress-Wartung selbst machen oder abgeben? Die ehrliche Rechnung
„Das kann ich auch selbst“ stimmt bei WordPress-Wartung technisch fast immer. Die
Frage ist nicht, ob Sie es können, sondern ob Sie es zuverlässig tun – jeden Monat, auch
im Juli, auch wenn gerade viel los ist.
Was Sie tatsächlich selbst tun müssten
| Aufgabe | Rhythmus | Zeit |
|---|---|---|
| Updates prüfen und einspielen, danach kontrollieren | wöchentlich | 20–30 Min. |
| Backup prüfen (läuft es überhaupt noch?) | monatlich | 10 Min. |
| Rücksicherung testen | halbjährlich | 60 Min. |
| Sicherheits-Scan durchsehen und bewerten | monatlich | 15 Min. |
| Benutzerkonten und Rechte prüfen | quartalsweise | 15 Min. |
| Ladezeit messen und Ausreißer verfolgen | quartalsweise | 20 Min. |
| Sicherheitsmeldungen zu den eingesetzten Plugins verfolgen | laufend | schwer zu beziffern |
Zusammengerechnet sind das etwa zwei bis drei Stunden im Monat. Das klingt machbar –
und ist es auch. Der Haken liegt woanders.
Die drei Gründe, warum es in der Praxis scheitert
1. Es ist nie dringend, bis es dringend ist
Wartung hat keinen Abgabetermin. Sie konkurriert jede Woche mit Dingen, die einen
haben. Nach drei verschobenen Wochen ist der Rhythmus weg, und nach sechs Monaten steht
man vor einem Update-Stapel, den niemand mehr guten Gewissens auf einmal einspielt.
2. Der Update-Klick ist nicht die Arbeit
Die Arbeit ist das, was danach kommt: Funktioniert das Formular noch? Kommt die Mail
an? Sieht die Seite auf dem Handy noch richtig aus? Wer das nicht jedes Mal prüft, merkt
Fehler erst, wenn ein Kunde anruft – oder eben nicht anruft.
3. Im Ernstfall fehlt die Übung
Wenn die Website weiß ist, entscheidet Erfahrung über die Dauer. Wer das zum ersten Mal
sieht, verliert einen Tag mit Suchen. Wer es zum zwanzigsten Mal sieht, hat in zwanzig
Minuten die Ursache.
Wann selbst machen sinnvoll ist
- Sie oder jemand im Team arbeitet ohnehin technisch und hat Freude daran.
- Die Website ist eine reine Visitenkarte ohne Formular und ohne Umsatzbezug.
- Sie haben einen festen Termin im Kalender – und halten ihn seit mindestens
einem halben Jahr.
Wenn alle drei Punkte zutreffen: Machen Sie es selbst. Die
Update-Checkliste hilft dabei.
Wann abgeben die günstigere Entscheidung ist
- Über die Website kommen Anfragen, Buchungen oder Bestellungen.
- Sie wissen nicht auswendig, wann zuletzt aktualisiert wurde.
- Sie haben keinen Zugriff auf ein aktuelles Backup an einem zweiten Ort.
- Sie würden nachts nicht merken, dass die Website ausgefallen ist.
- Ihre Arbeitsstunde ist mehr wert als der Monatspreis geteilt durch zwei.
Die Rechnung
Zwei bis drei Stunden im Monat bei einem betrieblichen Stundensatz von 60 € sind
120 bis 180 € – rechnerisch also mehr als die mittlere Wartungsstufe. Diese Rechnung
unterschlägt allerdings zwei Dinge, und beide sprechen fürs Abgeben: Die eigenen Stunden
dauern länger, weil die Routine fehlt. Und die Aufmerksamkeit, die während der Wartung
nicht im Geschäft steckt, taucht in keiner Tabelle auf.
Der ehrliche Vergleich ist trotzdem nicht Geld gegen Geld, sondern Verlässlichkeit
gegen Vorsatz. Ein Wartungsvertrag kauft nicht Arbeitszeit, sondern die Gewissheit, dass
es passiert – auch im Juli.
Sie wissen nicht, wie es um Ihre Website steht?
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